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Kühkopffähre auf April vertagt

Das Bündnis aus CDU, FDP. FWG, Grünen und Bürgerliste im VG-Rat Rhein-Selz sieht wegen der steigenden Kosten noch Beratungsbedarf. Bürgermeister Klaus Penzer (SPD) is „not amused“.

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Von Ulrich Gerecke
Redaktionsleiter Lokalredaktion Oppenheim
An den Fährtagen fahren viele Gäste von Guntersblum zum Kühkopf. Bald auch mit Elektrofähre? Archivfoto: Beate Nietzel

An den Fährtagen fahren viele Gäste von Guntersblum zum Kühkopf. Bald auch mit Elektrofähre? (Archivfoto: Beate Nietzel)

 
 
VG RHEIN-SELZ/GUNTERSBLUM - Ein Schiff wird kommen ... oder am Ende doch nicht? Seit Jahren wird in der Verbandsgemeinde Rhein-Selz über die Anschaffung einer Elektrofähre zum Kühkopf diskutiert. Dafür gibt es eine breite politische Mehrheit, aber seitdem im November ruchbar wurde, dass die Kosten um 60 Prozent steigen werden, scheint diese zumindest leicht zu bröckeln. Der VG-Rat jedenfalls konnte sich in seiner letzten Sitzung des Jahres nicht dazu durchringen, dem teurer gewordenen Boot seinen Segen zu geben. Stattdessen wurde die Entscheidung auf den kommenden April vertagt – sehr zum Unwillen von VG-Bürgermeister Klaus Penzer (SPD).
Wegen zunächst „unseriös“ niedriger Schätzungen (so die Verwaltung) mussten die Anschaffungskosten von 400 000 auf 680 000 Euro korrigiert werden. Der für die Fähre gegründete Zweckverband ZER muss demnach statt 72 000 rund 300 000 Euro selbst über eine Kreditaufnahme stemmen. Für die VG bedeutet das nach Aussagen von Penzer rund 40 000 Euro für die Finanzierung von Zinsen und Fehlbetrag.
 
 
Dieses Szenario sorgte vor allem beim Bündnis aus CDU, FDP, FWG, Grünen und Bürgerliste für Bauchschmerzen. Zwar habe der Zweckverband die Kostensteigerung nicht verschuldet, meinte Union-Fraktionschef Thomas Zimmerer und versicherte, man stehe hinter dem Projekt. „Aber wir möchten jetzt noch keine Entscheidung treffen, die dem Projekt nicht guttut.“ Ein weiterer Reifeprozess werde die Akzeptanz der Fähre erhöhen. Grünen-Sprecher Torsten Kram verwies auf die vielen anderen finanziellen Herausforderungen für die VG: „Wir sind prinzipiell für die Fähre, aber man sollte sich das gut überlegen. Sie ist eine freiwillige Leistung, das Hallenbad sehen wir hingegen als Pflichtaufgabe mit einem anderen Stellenwert an.“
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Das Bremsmanöver rief bei Penzer massiven Unmut hervor: „Wenn wir noch lange rumeiern, brauchen wir die Fähre überhaupt nicht mehr zu bauen. Das ist auch eine Methode, Projekte kaputtzumachen. Ich kann das nicht nachvollziehen.“ Der Bürgermeister warnte, ein erneuter Aufschub sei ein fatales Signal an die Kommunalaufsicht, deren Zustimmung man brauche und die man überzeugen müsse, „dass wir hinter diesem Projekt stehen“. Sollte der Haupt- und Finanzausschuss am 23. Januar nicht die Weichen stellen, „ist das Projekt tot“.
Aber weder der Verwaltungschef noch Guntersblums Ortsbürgermeisterin und VG-Ratsmitglied Claudia Bläsius-Wirth (CDU), die seit Jahren an vorderster Front für die Kühkopffähre kämpft, konnten die Stimmung mit flammenden Plädoyers für ein schnelles Startsignal kippen. Auch der Kompromissvorschlag, die benötigten Mittel vorbehaltlich eines endgültigen Ja-Wortes im April schon jetzt in den Haushalt einzustellen, war zum Scheitern verurteilt. Denn im VG-Etat ist das Boot ohnehin erst ab 2021 verankert. Auch nach einer Sitzungsunterbrechung blieben die Fronten verhärtet. Am Ende stand ein klares Meinungsbild: Nur Miriam Bürger (Linke) stimmte gegen die Vertagung, die SPD enthielt sich ebenso wie Bläsius-Wirth, die mit durchaus versteinerter Miene ansehen musste, wie ihre Parteifreunde ihr Lieblingsprojekt geschlossen auf die lange Sandbank schoben.
 
 
 
Leader-Förderung soll auf Höchstwert ansteigen
Ohnehin ist die Kühkopffähre ohne viele weitere Partner nicht möglich, deren Zuschüsse jetzt von einer positiven Entscheidung des VG-Rates abhängen. Der ZER muss hoffen, dass er bei der Verteilung der europäischen Leader-Förderung mit der Höchstsumme von 250 000 Euro bedacht wird. Rund 80 000 Euro wurden bisher bei Sponsoren akquiriert, darunter allein 54 000 Euro von der Allianz Umweltstiftung. Fazit: Die Fähre hängt an vielen Faktoren. Ob sie auch am seidenen Faden hängt, wird sich im April herausstellen.

 

 

Allgemeine Zeitung - 15.02.2018

 

Aktivitäten und entspannende Momente

 

3. Fähraktionstag Fähre Guntersblum/Kühkopf am 2. Juli von 11 bis 18 Uhr im Rahmen von 1250 Jahre Gimbsheim

Die „Halbzeit“ der diesjährigen Saison rückt immer näher. Am 2. Juli fährt die Fähr’ von 11 bis 18 Uhr am 3. Aktionstag vom Anleger auf Guntersblumer Seite über den Rhein zur Insel Kühkopf. Auch dieser Fährtag findet anlässlich eines besonderen Ereignisses in der Altrheinregion statt. Gimbsheim feiert am ersten Juliwochenende 1250-jähriges Jubiläum. In seiner langen Geschichte gehörten Gebiete des südwestlichen Teils der Insel Kühkopf vor der Rheinbegradigung zu Gimbsheim. Bis in die 1960er Jahre unterhielt die Gemeinde sogar einen eigenen Fährbetrieb dahin, um die Bearbeitung der landwirtschaftlichen Flächen zu gewährleisten. Die Besucher der Jubiläumsfeier, die vom Touristikverein der VG Eich gesponsert wird, erwartet ein buntes und abwechslungsreiches Programm auf dem Wein- und Straßenfest.

Aktionen und Infos

Orts- und Museumsführungen, Konzerte und Tanzvorführungen, Planwagenfahrten und natürlich kulinarische Genüsse. Auch den kleinen Gästen wird es bei Kinderführungen, Bastelaktionen usw. nicht langweilig werden. Zwischen all den vielen Aktivitäten linksrheinisch finden die Besucher im Naturschutzgebiet der Insel Kühkopf ruhige und entspannende Momente. An den beiden Infoständen auf den jeweiligen Rheinseiten können sich Besucher über den Fährverein und seine Aktivitäten, das Projekt e-Fähre und zu touristische Attraktionen auf hessischer und rheinhessischer Seite auf den neuesten Stand bringen lassen. Zum Vormerken an dieser Stelle die Termine der drei nächsten Fährtage: 20. August, 11bis 20 Uhr (Kellerwegfest); 17. September, 11 bis 18 Uhr (Herbstfest auf dem Hofgut Guntershausen) und 15. Oktober, 11 bis 18 Uhr (Weinforum Guntersblum).

 

Datum/Zeit
Datum - 02.07.2017
11:00 - 18:00

BÜRSTÄDTER ZEITUNG

 

Von Ute Sebastian

NATURSCHUTZ Auf dem Kühkopf sind die grazilen Silberreiher jetzt wieder häufig zu beobachten

STOCKSTADT - „Noch vor zehn, 20 Jahren war ein Silberreiher in unserer Region eine Sensation, die Vogelliebhaber in Scharen anlockte“, berichtet Ralph Baumgärtel. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts, erzählt er, sei das für lange Zeit letzte Brut-Exemplar auf der Königsinsel am Rhein abgeschossen worden: Wegen der langen Schmuckfedern auf dem Rücken der Vögel, die bei den Damen als Hutschmuck en vogue waren, sei die Art fast ausgerottet worden. Und obwohl die Reiher-Jagd verboten wurde, ließ sich bis Anfang der sechziger Jahre keines der Tiere mehr in Hessen blicken.

Mittlerweile allerdings freut sich der Revierförster im Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblochsaue und Leiter des dortigen Umweltbildungszentrums über regelmäßige Besuche der eleganten weißen Schreitvögel. Gelegentlich sind sie sogar in kleinen Trupps unterwegs. „Die ersten sind bei uns in den neunziger Jahren zugewandert“, erläutert Baumgärtel. Davor pilgerten Vogelfreunde und Fotografen aus ganz Mitteleuropa zum Neusiedler See an der österreichisch-ungarischen Grenze, um die Tiere zu beobachten.

 
  • FÜNF ARTEN
    Fünf Reiher-Arten kommen in Hessen vor. Während der Graureiher bei uns brütet, wird der Silberreiher nicht als Brutvogel, sondern als Jahresgast eingestuft. Noch weniger häufig ist der Seidenreiher – quasi ein Tourist. Gelegenheitsgäste sind Nacht- und Purpurreiher. (ute)

Größerer Lebensraum durch erweiterten Speisezettel

Silberreiher sind bei uns vor allem im Herbst und Winter anzutreffen. Selbst bei Dunkelheit oder Nebel sind sie wegen ihres auffälligen Gefieders schnell zu entdecken. Der Naturschutzbund beschreibt das in einem Steckbrief recht poetisch: „Als leuchtende Tupfer schreiten sie langsam durchs flache Wasser oder verharren mit fast waagerecht gehaltenem Körper und steif vorgestrecktem Hals, ehe sie blitzschnell nach ihrer Beute stoßen.“ Etwa so groß wie der bei uns besser bekannte Graureiher, ist der helle Verwandte schlanker, hat einen besonders langen Hals und erscheint graziler. Warum der Silberreiher zunehmend als Gast in deutschen Feuchtgebieten wie den Auen um den Kühkopf oder am Lampertheimer Altrhein auftaucht, haben auch Experten noch nicht geklärt. Ein Faktor dafür, dass die Vögel über ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet in Ost- und Südeuropa hinaus wandern, mag der Klimawandel sein. Allerdings sind Silberreiher nicht kälteempfindlich und auch bei frostigen Temperaturen an eisfreien Fließgewässern zu beobachten.

Baumgärtel hält es für eher wahrscheinlich, dass die Tiere erst ihren Speisezettel und dann ihre Lebensräume erweiter haben: „Der Silberreiher hat gelernt, außer Fischen und Amphibien auch Mäuse zu fressen“, meint der Revierleiter. Diese Leckerbissen findet er auch auf trockeneren Flächen wie Äckern. So muss er nicht mehr zwangsweise in südlichere Gefilde ziehen, wenn die Gewässer zugefroren sind.

Die hauptsächliche Ursache für das vermehrte Auftauchen des Silberreihers hierzulande dürfte jedoch in der Zunahme von Brutpaaren in den weiter nördlichen und kontinentalen Gebieten Osteuropas wie Russland oder der Ukraine liegen. Dort ist es zwar im Sommer warm, im Winter jedoch so kalt, dass die „Flüchtlinge“ lieber im vergleichsweise warmen Deutschland mit wenig Schnee überwintern. Finden sie in besonders harten Wintern auch bei uns keine Nahrung mehr, wandern sie weiter nach Süden.

Silberreiher sind beinahe Kosmopoliten und kommen in Nord- und Südamerika ebenso wie in Asien und Teilen Afrikas vor. Eigentlich Brutvögel wärmerer Länder, konzentrierte sich ihr Brutgebiet in Europa ursprünglich auf relativ wenige Plätze, vor allem im Südosten. Die Brutkolonien liegen meist im Schilfröhricht, wo Männchen und Weibchen gemeinsam ein Nest aus Schilfhalmen dicht über der Wasseroberfläche bauen. Auch die Brutarbeit teilen sich beide Elterntiere. Sind die Jungtiere flügge, bleibt die Familie noch einige Zeit zusammen, bis sie im Juli in unterschiedliche Richtungen abwandern. Aufgrund ständiger Ortswechsel und des ganzjährigen Auftretens in Mitteleuropa ist über das genaue Zugverhalten des Silberreihers bisher jedoch nur wenig bekannt.

Presseartikel der Allgemeinen Zeitung
Allgemeine Zeitung_FähreGuntersblum_T Al[...]
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Kontakt

IMPRESSUM:

Verein zur Verbindung der Kulturlandschaften Altrhein und Insel Kühkopf e.V.

Vorsitzende:

Claudia Bläsius-Wirth

Alsheimer Str. 32

67583 Guntersblum

Kontakt:
Telefon: +49 6249 908090
E-Mail: info@kuehkopf-faehre.de

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